Seit 20 Jahren erinnert der Club Saltatio Hamburg an das Wirken von Hans Christen im Tanzsport der Amateure in und um Hamburg. Er hat in diesem Bereich in der Nachkriegszeit nachhaltige Zeichen gesetzt wie kaum ein anderer Funktionär.
Am Erinnerungstag waren für die Aula der Schule Hohnerkamp sieben Turniere der Altersgruppen Senioren III und IV ausgeschrieben. 101 Turnierpaare hatten gemeldet, 82 gingen an den Start.
Während des Ablaufs der Veranstaltung gab Turnierleiterin Lisa Meins –
zum Teil aus eigenem Erleben - einen Überblick zu Hans Christens Ämtern
und Erfolgen. Als 24-Jähriger war er 1947 Mitgründer des Club Saltatio
gewesen und übernahm drei Jahre später als Erster Vorsitzender die
Führung des Clubs. Diese hatte er 42 Jahre inne. Bei der Gründung des
Hamburger Amateurtanzsportverbandes (HATV) im Jahre 1963 war Hans mit
seinem Club dabei. 1970 übernahm er auch hier den Vorsitz im Vorstand.
1974 folgte die Wahl in das Präsidium des Deutschen Tanzsportverbandes,
zuerst als Schriftführer, dann als Schatzmeister. Es war die Zeit des
aufblühenden Tanzsports. Das „Norddeutsche Tanzfestival“ mit seiner
hochkarätigen Endveranstaltung im Curio-Haus, später im CCH, die
Veranstaltung „Hamburg tanzt“ in der Alsterdorfer Halle (heute
Sporthalle Hamburg) oder der legendäre „ASTRA-Pokal“, die Werbeserie für
den Turniertanzsport, sind Abbild dieser Entwicklung. Wenn die Tanzsäle
gefüllt waren und die Zuschauer sich an dem Dargebotenen erfreuten, war
Hans Christen zufrieden.
Er freute sich aber auch über Anerkennung: Der Deutsche Tanzsportverband
zeichnete ihn 1982 mit der Ehrennadel in Gold aus, 1988 folgte das
„Bundesverdienstkreuz am Bande“. Im nachfolgenden Jahr wurde die
Jugendarbeit im Club Saltatio mit dem „Grünen Band der Dresdner Bank“
gewürdigt. Als Hans Christen schließlich aus der Arbeitswelt als
Bankbeamter ausgeschieden war, konnte er seine Freizeit total dem
Tanzsport widmen. Am 8. Februar 1992 verstarb Hans Christen nach einem
häuslichen Unfall. Er hinterließ in allen Bereichen eine riesige Lücke,
die es für die Nachfolger zu schließen galt.
Zuschauer und Turnierpaare lauschten den im Laufe des
Veranstaltungstages vorgetragenen Erinnerungen. Viele Paare der unteren
Klassen hörten zum ersten Mal von dem Mann, der dem Pokal den Namen gab.
Vor allem in der Sonderklasse verbanden die Paare auch eigene
Erinnerungen an Hans Christen. Sie tanzten alle mit Freude in ihren
Turnieren, an deren Ende für ein Paar der 20.
Hans-Christen-Gedächtnispokal stand.
Die Senioren III D-Klasse begann um 12.00 Uhr zaghaft. Nur fünf Paare
stellten sich dem hochkarätigen Wertungsgericht. Martin und Eva-Maria
Proksch vom Tanz-Sport-Centrum Schwerin konnten ihre drei Tänze gewinnen
und den Pokal nach Mecklenburg-Vorpommern entführen. Jochen Schneider /
Ursula Gieselmann (TTC Elmshorn) sowie Dr. Hans-Joachim und Marina
Hennersdorf (Turniertanzkreis Am Bürgerpark Berlin) folgten auf den
Plätzen zwei und drei.
Die nächsten beiden Turniere liefen nahezu gleichartig ab: Zwölf Paare
in der Vorrunde, dann die Sechser-Endrunde und klare Pokalgewinner,
sowohl in der C- wie auch in der B-Klasse wurden Henry und Marion
Petersen vom TTC Savoy im TuRa Harksheide. Gerne hätten sie noch einen
dritten Pokal aus dem Start in der A-Klasse mit nach Hause genommen.
Aber das gelang ihnen nicht. In der C-Klasse folgten auf dem Treppchen
Willy und Karin Jäger (1. TSZ im Turn-Klubb zu Hannover) sowie Lutz und
Christine Ahlborn (TC Grün-Gold im TSV Kirchdorf). In der B-Klasse hieß
die starke Konkurrenz für die Savoyaner Andreas und Petra Schmidt (NTC
Garbsen) und Helmut Gerlach/Elisabeth Bereda (TTC Harburg im HTB).
Die Senioren A-Klasse bot eine weitere Steigerung: 16 Paare am Start und
somit Vor-, Zwischen- und Endrunde. Die Endrunde war spannend, bis sich
das immer stärker tanzende Paar Gero und Cornelia von Kitzing vom TSC
Casino Oberalster Sieg und Pokalgewinn sicherte. Dirk Sternberg/Ingrid
Palaske-Schmalz (TTC Gelb-Weiß des PSV Hannover) wurden noch im
Quickstep auf Platz zwei verdrängt. Bernd Eismann/Renate Beyer
(Tanzen in Kiel im PTSK) belegten den dritten Platz.
Turniere der Senioren IV A-Klasse sind oft ausfallgefährdet. Auch nach
Hamburg-Bramfeld waren nur fünf Paare gekommen, von denen sich einige im
vorangegangenen Senioren III A-Turnier bereits warm getanzt hatten.
Bernd Eismann/Renate Beyer hielten sich schadlos und gewannen dieses
Turnier und den Pokal. Ingo Firnhaber/Lydia Firnhaber-Männel
(Grün-Weiß-Club des PSV Kiel) und Dr. Hermann Nijhus/Eva Maria Genuit
(Uni Tanz Kiel) kamen mit aufs Treppchen.
Ein „volles Haus“, was Gäste und Paare anbelangt, verzeichnete man mit
dem Beginn des Turnieres der Senioren IV S-Klasse. 22 Paare forderten
Vor-, zwei Zwischen- und die Endrunde. Darunter viele Paare, die Hans
Christen – zum Teil über viele Jahre – persönlich gekannt hatten.
Zum Einmarsch für die Vorstellung gestalteten die Paare eine
umfangreiche Polonaise, an der Hans Christen sicherlich seine helle
Freude gehabt hätte.
 Trotz des langen Veranstaltungstages hatte sich die Turnierleitung - im
Rahmen der vom SAS-DTV verschärften Abläufe offener Turniere - nicht
für die 24/12-Regel, sondern für den 18/12-Ablauf entschieden. So
konnten in der ersten Zwischenrunde viele Paare weitertanzen. Das wurde
allseits mit Beifall quittiert. In der sechspaarigen Endrunde war die von
den Wertungsrichtern vorgenommene Platzzuordnung nachvollziehbar. Helmut Lembke/Eleonore Roland (TC Weiß-Blau Celle) befanden sich auf
Pokalkurs. Als sie auch den dritten Tanz mit allen Einsen gewonnen
hatten, vollführte Helmut Lembke mit einem Jauchzer einen Freudensprung,
der für die Tanzgarde im fortgeschrittenen Alter eine weitere
Leistungssteigerung war. Unmittelbar danach gewann das Paar auch den
vierten Tanz. Zum sechsten Male an diesem Tag nahmen Gabriele Hansen
(Schatzmeisterin) und Christian Rinn (Festwart) die Siegerehrung vor.
1. Helmut Lembke/Eleonore Roland, TC Weiß-Blau Celle
2. Klaus und Hanne Werner, TC Wieste im TV Sottrum
3. Dieter und Elke Oehme, Tanz-Sport-Gemeinschaft Hamm
4. Rolf-Dieter und Birgitta Rohde, TSC Grün-Weiß Braunschweig
5. Helmut und Ingrid Schuran, Flensburger TC
6. Klaus und Margrit Brandes, TTC Elmshorn
Doch ein Turnier der Senioren IV Sonderklasse ist im Club Saltatio mit
der Siegerehrung nicht beendet, wenn Erwin Hansen im Raume ist. Das war
seine Turnierklasse, als er nach fünfzigjähriger Turniertänzerlaufbahn
1998 mit 700 getanzten Turnieren die Tanzschuhe an den Nagel gehängt
hatte. Er kannte Hans Christen, war Vereinsmitglied seit der ersten
Stunde und verfolgte die laufende Veranstaltung seit dem Mittag. Die
Endrundenpaare mussten an die Bar und mit einer Flasche Sekt zur
Siegesfeier beitragen. Nach den Vorbereitungen erhob Erwin das Glas zu
einem Trinkspruch. Die Turnierleiterin konnte gerade noch eine Atempause
für die Turnierpaare des nachfolgenden Turniers einschieben und ihm
zurufen: „Erwin, jetzt bist du dran.“. Wie immer klang das kräftige
„quick, quick, slow“ durch den Raum, das irgendwann mit dem „Umsonst“
herüberwehte.
Dann nahm das letzte Turnier des Veranstaltungstages, auf das die zehn
Paare der Sen. III Sonderklasse lange gewartet hatten, seinen Fortgang. Dank der Leistungsdichte in diesem Startfeld qualifizierten sich sieben
Paare für die Endrunde. Das allerdings hatte auch zur Folge, dass die
Wertungen sehr „durchwachsen“ waren. Nur der PC konnte die
Platzreihenfolge auf Anhieb ermitteln. So blieb die Spannung bis zuletzt
erhalten. Pokalgewinner wurden – ab Wiener Walzer auch für die Zuschauer
ersichtlich - Holger und Karin Zinn (TSC Casino Oberalster) vor Dieter
Behnke /Birgit Carus (TC Classic Berlin) sowie Wolfgang Dieter/Angelika Schmitt (TSC Dortmund).
Für seine besonders motivierende und unterstützende Musik erhielt am
Schluss noch einmal Frank Scheida vom TSZ Schwarzenbek begeisterten
Applaus. Heiter, launig und mit viel Kommunikation ging damit ein langes
Veranstaltungswochenende zu Ende.
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